Die Ersthelfenden erkunden zunächst die Situation und führen erste lebensrettende Sofortmaßnahmen durch. Ziel ist es, den Zeitraum zwischen dem Kreislaufstillstand und dem Beginn der Herzdruckmassage möglichst kurz zu halten. Deshalb sind keine komplexen medizinischen Maßnahmen erforderlich. Diese übernimmt der Rettungsdienst, sobald er eintrifft.
Zum Schutz der Privatsphäre der Patientinnen und Patienten sind Ersthelfende gegenüber Dritten zur Verschwiegenheit über alle Informationen verpflichtet, die ihnen während des Einsatzes bekannt geworden sind. Das Anfertigen oder Verbreiten von Fotos und Videos an der Einsatzstelle ist daher nicht gestattet.
Der Einsatz endet in der Regel, sobald der Patient oder die Patientin an die eintreffenden Rettungskräfte übergeben wurde.
Ja, das ist möglich. Über einen Schieberegler in der App können Ersthelfende den Einsatz abbrechen. Anschließend besteht die Möglichkeit, in einem Abbruchfragebogen die Gründe dafür anzugeben. Das Ausfüllen ist freiwillig.
Im Fall einer Alarmierung stellt die App immer einen Ausweis zur Verfügung.
Eine außerklinische Reanimation ist ein offizieller Rettungsdiensteinsatz. Sobald der Rettungsdienst eintrifft, übernimmt er – unabhängig von der jeweiligen Qualifikation – die Einsatzleitung. In der Regel wird der Einsatz durch den Notfallsanitäter oder die Notärztin geführt. Bieten Sie Ihre Hilfe an und unterstützen Sie den Rettungsdienst nach Aufforderung bei der weiteren Versorgung. Eine gute Zusammenarbeit ist dabei besonders wichtig. Stellen Sie sich gegenseitig vor und nennen Sie Ihre jeweilige Qualifikation. Verteilen Sie die Aufgaben so, dass alle Fähigkeiten im Team sinnvoll eingesetzt werden können. Bitte gehen Sie stets höflich und wertschätzend miteinander um.
Nein. Die Teilnahme an KATRETTER ist vollständig freiwillig. Eine Vergütung oder Entschädigung, beispielsweise für Verdienstausfälle, wird nicht gezahlt.
Ergibt die Notrufabfrage in der Leitstelle eine potenzielle Reanimationssituation, bei der ein Einsatz von Ersthelfenden vorgesehen ist, werden die erforderlichen Informationen an die Server des Systems übertragen. Anschließend werden die Smartphones der Ersthelfenden geortet und alarmiert.
Die Anzahl der Einsätze für einzelne Helfende soll möglichst gering bleiben. Ersthelfende werden nur innerhalb eines bestimmten Umkreises alarmiert – innerorts etwa 500 Meter und außerorts etwa 1.000 Meter. Außerdem werden Ersthelfende nach Annahme eines Alarms für eine Schutzfrist von sechs Stunden für weitere Einsätze gesperrt.
Ja, der Einsatz bleibt bestehen. Um die Alarmierung weiterhin sehen zu können, muss das Gerät lediglich wieder entsperrt werden.
Die erforderliche Mindestqualifikation der Ersthelfenden wird von der auslösenden Stelle festgelegt. KATRETTER macht hierzu keine eigenen Vorgaben.
Nein. Anhand des Einsatzstichworts können Ersthelfende jedoch erkennen, um welche Art von Alarmierung es sich handelt.
Die Teilnahme an KATRETTER ist selbstverständlich kostenlos. Lediglich eventuell anfallende Kosten für die mobile Datennutzung müssen von den Teilnehmenden selbst getragen werden.
Wenn eine technische Funktion nicht ordnungsgemäß arbeitet, weist die App die Ersthelfenden darauf hin.
Wenn die App im Vordergrund geöffnet ist oder Benachrichtigungen auf einer verbundenen Smartwatch aktiviert sind, wird kein zusätzlicher Alarmton ausgegeben.
Bei Android-Geräten kann es in bestimmten Fällen vorkommen, dass ein kritischer Alarmton ausbleibt. Dafür kommen mehrere Gründe infrage, zum Beispiel:
Die Registrierung wurde auf ein neues Gerät übertragen.
Die App wurde vom Betriebssystem im Hintergrund geschlossen.
Die Berechtigungen für kritische Alarme oder zum Überschreiben eines Ruhemodus wurden zurückgesetzt.
Bitte installieren Sie die App zunächst neu und richten Sie sie erneut ein. Sollte das Problem dadurch nicht behoben werden, können Sie in den Android-Einstellungen der App für die Benachrichtigungskanäle „Alarme“ und „Sonstige“ einen eigenen, lauten Ton einstellen. Sie finden diese Einstellungen unter: Einstellungen → Apps → KatRetter → Benachrichtigungen.
Nein. Erst im Fall einer Alarmierung über das KATRETTER-System erfolgt zunächst eine grobe Ortung aller angemeldeten Smartphones. Dadurch wird der Kreis der Smartphones eingegrenzt, die sich in der Nähe des Einsatzortes befinden.
In einem zweiten Schritt werden zur zielgenauen Alarmierung nur die Smartphones im Umfeld des Einsatzortes „feingeortet“. Wenn als Standortberechtigung „Nie“ oder „Nur beim Verwenden der App“ eingestellt ist, kann der Standort im Alarmfall nicht ermittelt werden. In diesem Fall wird kein Alarm ausgegeben.
Die Lautstärke der Alarmierung richtet sich nach den Einstellungen des Betriebssystems. Wenn „kritische Hinweise“ für die App freigegeben sind, wird die Alarmierung mit 100 Prozent der Lautstärke ausgegeben.
Ja, eine Abmeldung ist möglich. Idealerweise deaktivieren Sie die Ersthelferschaft zunächst in den App-Einstellungen Ihres Geräts. Danach kann sich eine andere Person mit ihrem eigenen Registrierungslink auf demselben Gerät anmelden.
Sollte eine Deaktivierung nicht mehr möglich sein, ist das kein Problem: Die neue Person kann sich trotzdem mit ihrem persönlichen Registrierungslink anmelden.
Wichtiger Hinweis: Der Registrierungslink ist personenbezogen und sollte sorgfältig aufbewahrt sowie nicht weitergegeben werden, da diesem Link persönliche Daten zugeordnet sind.
KatRetter ist für die jeweils letzten beiden Versionen von iOS und Android optimiert. Auf Android-Geräten müssen außerdem die Google Play Services installiert sein.
Für Endnutzerinnen und Endnutzer ist die KatRetter-App ausschließlich über die offiziellen App-Stores verfügbar: für Android-Geräte im Google Play Store und für iOS-Geräte im App Store. Die Installation erfolgt wie gewohnt über den jeweiligen App-Store.
Das bietet den größtmöglichen Schutz, da die Downloads aus dem App Store und dem Google Play Store geschützt und verifiziert sind.
Nein. Sowohl die Registrierung als auch die Teilnahme an Einsätzen sind vollständig freiwillig. Wenn Sie keine Zeit haben oder eine Unterstützung nicht möglich ist, können Sie den Alarm einfach ignorieren.
Eine Ablehnung des Alarms hat keine negativen Konsequenzen. Es ist außerdem nicht erforderlich, einen Grund für die Nichtannahme anzugeben.
Bitte achten Sie darauf, dass durch die Annahme eines Alarms keine anderen Pflichten – beispielsweise Kinderbetreuung oder dienstliche Verpflichtungen – vernachlässigt werden. Die freiwillige Teilnahme bleibt jederzeit bestehen, auch nach der Registrierung.
Ja. Sämtliche Daten werden streng vertraulich behandelt und gemäß den geltenden Datenschutzbestimmungen verarbeitet. Erforderliche Datenübertragungen erfolgen verschlüsselt nach dem aktuellen Stand der Technik.
Um die KatRetter-App nutzen zu können, ist die Zustimmung zur Datenschutzerklärung erforderlich. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Im Einsatzfall ist eine umfassende Absicherung für alle Beteiligten gewährleistet. Die Verantwortung für den Einsatz und die Einbindung von Ersthelfenden liegt immer bei den Leitstellen der Landkreise beziehungsweise der kreisfreien Städte.
Bitte beachten Sie: Auch als freiwillige Ersthelfende müssen Sie alle geltenden Regeln und Gesetze einhalten. Einsätze über die KatRetter-App stellen ausdrücklich keine Ausnahme von den Regelungen im Straßenverkehr dar.
Für konkrete Informationen zu den in Ihrem Einzugsgebiet geltenden Regelungen wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige Leitstelle.
Alle Ersthelfenden sind über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Die konkreten Einzelheiten zu den Versicherungsleistungen und zum Versicherungsschutz können je nach Bundesland und örtlicher Regelung unterschiedlich sein.
Zivilrechtlich ist eine Haftung grundsätzlich nur bei grober Fahrlässigkeit zu befürchten. Aufgrund der Alarmierung greift grundsätzlich die Amtshaftung, da Ersthelfende im Rahmen des KatRetter-Systems als Beauftragte der öffentlichen Hand tätig werden.
Nein. Halten Sie sich bitte an die StVo und nehmen Sie Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmende. Als KatRetter haben sie im Straßenverkehr kleine besonderen Befugnisse.
Nein. Die Authentifizierung bei der Registrierung erfolgt über die Telefonnummer. Es kann jedoch eine Blacklist für Telefonnummern eingerichtet werden, um bestimmte Nummern von der Registrierung auszuschließen.
Nein. Wir empfehlen daher, den Radius von Anfang an so weit wie möglich festzulegen. Der eingestellte Radius ist immer der Maximalradius; eine automatische Erweiterung in mehreren Stufen findet nicht statt.
Das KatRetter-System arbeitet mit einem festen Alarmierungsradius, der vor der Alarmierung definiert wird. Alle verfügbaren Ersthelfenden innerhalb dieses Radius werden gleichzeitig erfasst und nach der „Feinortung“ entsprechend ihrer Entfernung alarmiert. Eine schrittweise Erweiterung des Radius ist technisch nicht vorgesehen.
Ja. Dafür ist allerdings die KatHelfer-Erweiterung erforderlich. Sie ermöglicht es, gezielt Spontanhelfende zur Bewältigung von Großschadenslagen anzufragen. Um solche Anfragen zu erhalten, müssen Nutzende die Mithelfer-Funktion in der KatRetter-App aktivieren.
Ja, dies ist teilweise bereits möglich, steht jedoch noch nicht überall zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie in der interaktiven Karte.
Leitstellen können übergreifend in mehreren Landkreisen alarmieren, sofern die betreffenden Landkreise eine entsprechende Kooperationsvereinbarung geschlossen haben.
Die Alarmierung dauert durchschnittlich etwa 21 Sekunden. Davon entfällt ungefähr eine Sekunde auf die Systemverarbeitung. Etwa 20 Sekunden werden für die Ortung und die Übertragung an die Endgeräte benötigt.
Ja. Einsätze können über das Redaktionssystem abgebrochen werden. Die Nutzenden erhalten anschließend einen kritischen Hinweis über den Abbruch.
Allen KatRetter-Ersthelfenden, die nach einem belastenden Einsatz Unterstützung benötigen, steht ein Nachsorge-Team zur Verfügung. Dieses kann direkt über die App angefordert werden.
Bei organisatorischen Fragen finden Sie in der App außerdem die Service-E-Mail-Adresse Ihrer zuständigen Leitstelle.
Ersthelfende erreichen den Support in den Einstellungen der App unter „Feedback“ oder direkt per E-Mail unter support@katretter.de.
Bei organisatorischen Fragen wenden sich Ersthelfende bitte an die zuständige Leitstelle. Die Kontaktdaten finden Sie in der KATRETTER-App unter dem Menüpunkt „Einsatzleitstellen“ oder „Mehr Informationen“.
Dazu gehören beispielsweise Fragen zur Registrierung, zur Änderung von Qualifikationen oder Stammdaten, zu lokalen Regelungen und Abläufen, zur Deaktivierung oder Reaktivierung der Ersthelferschaft, zu Problemen mit dem Registrierungslink sowie zu Einsatzgebieten und Zuständigkeiten.
Aus Datenschutzgründen kann der technische Support Ihre Anfrage nicht direkt an die zuständige Leitstelle weiterleiten. Bitte wenden Sie sich daher direkt an die entsprechenden Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner Ihrer Leitstelle.
Informieren Sie sich zusätzlich gerne in unserer Broschüre (PDF).